portrait1portrait2portrait3

Aktuelles – Bernadette Pichlmaier

06.05.2012: Beste Deutsche beim Hannover Marathon 2012!

HANNOVER WAR EINE REISE WERT!
Dieses Frühjahr hatte ich mir den Marathon in Hannover als ersten Saisonhöhepunkt ausgesucht. Die Vorbereitung war lang aber erfolgreich, und die bisher absolvierten Wettkämpfe zeigten, dass mich das Training von und mit Francisco Munoz auf ein hervorragendes Niveau gebracht hat. Trotzdem war ich im Vorfeld des Marathons besonders aufgeregt. In den letzten Tagen vor dem rennen plagten mich in den muskuläre Probleme im Oberschenkel, ich wollte sie aber keinesfalls in den Fokus stellen.
Wir reisten am Freitag nach Hannover. Der Marathon in der niedersächsischen Landeshauptstadt gehört zu bestensorganisierten Veranstaltung in Deutschland. Neben vielen Topathleten aus Afrika und dem östlichen Europa
war auch die deutsche Topläuferin Katharina Heinig gemeldet, die mit dem gleichen Zeitvorhaben wie ich am Sonntagmorgen um 9 Uhr an der Startlinie stand. Da machte es nur Sinn, dass wir gemeinsam mit einem Pacemaker auf die Strecke gehen wollten. Die Bedingungen waren eigentlich sehr gut: kühles,trockenes Wetter, teilweise jedoch mit recht starkem Gegenwind auf einzelnen Streckenabschnitten. Nicht nur Katharina und ich liefen anfangs zusammen, auch die große Gruppe der weiblichen Topathleten blieb zunächst ziemlich kompakt in unserer Reichweite und beschleunigte erst nach der ersten Verpflegungsstelle ihr Tempo. Bis Kilometer 17 lief ich mit Katharina mehr oder weniger Gleichschritt, aber dann beschleunigte die 22-jährige das Tempo und ich konnte und wollte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mitgehen. Ich hatte meinen eigenen Kopf, mein eigenes Rennen und war gewillt, wie gewohnt selbst das Geschehen in die Hand zu nehmen.
Trotzdem hätte mir eine Gruppe zum Mitlaufen gut getan. Ab Kilometer 18 lief ich nämlich komplett alleine und das ist bei einem Tempo von 3.40min/km sehr kräftezehrend. Weder hinter mir, noch vor mir waren andere Läufer,denen ich mich hätte anschließen können. So wurde das Rennen schon sehr früh recht anstrengend für mich und es war ein Lichtblick, als bei Kilometer 25 endlich zwei Männer auf mich auf liefen. Ich beschleunigte mein Tempo und konnte endlich wieder längere Passagen mit anderen Läufern zusammenlaufen.
Und ab Kilometer 30 hatte ich plötzlich auch Katharina wieder im Blick und unser Abstand wurde zunehmend geringer. Das war sehr aufbauend und am liebsten hätte ich sofort das Tempo noch mehr forciert, aber Francisco, der die ganze Zeit auf dem Fahrrad hinter und neben mir war, hielt mich kluger Weise zurück und riet mir, mit der Kraft hauszuhalten. Nichts desto trotz zog ich bei Kilometer 35 an Katharina vorbei. Ich spürte ihren Willen, mit mir mitzulaufen, aber schon nach hundert Metern wurde mir bewusst, dass sie mein relativ hohes Tempo nicht mitgehen würde. Ich fühlte mich körperlich und vor allem vom Kopf her, sehr stabil in dieser Phase des Rennens.
Obwohl mir schon früh klar geworden war, dass das ursprünglich erhoffte Ziel von 2.35h heute nicht erreicht würde, konnte ich mich tapfer durch den Marathon durchkämpfen. Es war von Anfang an ein hartes Rennen, aber am Ende haben meine Stärke und mein Durchhaltevermögen gesiegt und mich glücklich über die Ziellinie getragen. Die Zeit von 2:38:17h ist das beste Ergebnis, welches ich jemals im Frühjahr in einem Marathon gelaufen bin und es lässt sehr viel für die weitere Saison 2012 zu hoffen.

© Norbert Willhelmi

« zurück
unsichtbar oder komplett selbst konfigurierte Counter