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Aktuelles – Bernadette Pichlmaier

07.01.2012: Mein persönlicher Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011, ja, das war sehr lehrreich für mich!
Die ersten vier Monate verliefen wie am Schnürchen. Ich machte sehr viel Ausdauertraining, da es der strenge und lange Winter nicht zuließ, die Schnelligkeit auf der Tartanbahn zu trainieren. Meine anstehenden Wettkämpfe, die oft auch als Trainingsläufe galten, konnte ich sehr gut bewältigen.
Das Ziel im Frühjahr waren die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon und Marathon. Am 17. April lief ich beim Deutschen Halbmarathon eine Zeit von 1:15:20 h, mit der ich sehr zufrieden war. Es war noch genügend Zeit für weitere intensive Trainingseinheiten.
Denn mein nächstes Ziel war die Meisterschaft im Marathon, der am 22. Mai in Hamburg stattfinden sollte.
Aber dann kam alles anders.
Ab Ende April hatte ich Schmerzen am linken Schienbein, es wurde ein Ermüdungsbruch festgestellt. Aus der Traum! Kein Laufen mehr! Für mich brach eine Welt zusammen.
Ich hatte noch nie eine Verletzung, und ich wusste gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Mein Lauftraining wurde für längere Zeit gestoppt – für ganze zwölf Wochen! Die meisten großen Meisterschaften 2011 fanden also ohne mich statt. Mein Trainer Francisco Munoz stellte mir täglich ein Alternativtraining zusammen. Ob sportlich oder psychisch: Francisco ist und war für mich eine sehr, sehr große Hilfe. Das Alternativtraining bestand aus Radfahren, Aquajoggen und Schwimmen. Das Training ohne Belastung sollte einerseits die Heilung nicht gefährden und andererseits meine erarbeitete Ausdauer ein wenig erhalten.
Nach drei Monaten Zwangspause – und endlich ohne Schmerzen – begann ich langsam wieder zu laufen. Es blieben gerade einmal sieben Wochen um das Projekt MÜNCHEN MARATHON in Angriff zu nehmen.
Das Prinzip „Mut zur Lücke“ bestimmte die Trainingspläne, mit denen Francisco mich an die spezifischen Tücken der Marathondistanz heranzuführen versuchte. Als unschätzbare Hilfe erwies sich dabei meine Trainingsgruppe. Sie stand mir tatkräftig zur Seite wenn es galt, besonders anstrengende Trainingsinhalte zu bewältigen.
Einige Zehn-Kilometer-Straßenläufe dienten dazu, wieder ein Gefühl für die Durchgangszeiten eines anspruchsvollen Marathonrennens zu entwickeln. Je näher das Münchner Großereignis rückte, desto besser wurden die Trainingswerte. Ein Zeit von 2:40 h schien plötzlich wieder in greifbare Nähe zu rücken – wenn alles gut laufen würde…
Und dann kam der Tag X, der 9. Oktober, an dem der diesjährige MÜNCHEN MARATHON stattfinden sollte. Ich wollte meinen Sieg vom Vorjahr gerne verteidigen. Und ich wusste, dass ich es schaffen konnte – sofern nichts Unerwartetes dazwischen kommen würde. Die Kraft und der Wille waren da, und ich fühlte mich gut.
Mein Pacemaker war Herrmann Achmüller aus Südtirol, der seine Arbeit für mich sehr, sehr gut gemacht hat. Die 42 Kilometer bin ich von Anfang bis Ende gleichmäßig gelaufen und kam mit 2:38:00 h ins Ziel.
Dieser Sieg war für mich eines der wichtigsten und größten Ereignisse des Jahres: Nach einer extrem kurzen Trainingsphase so ein Lauf!
Das ist es also, was ich im Jahr 2011 gelernt habe: Mit einem starken Willen kann man Dinge schaffen, die eigentlich aussichtslos scheinen. Und: Man darf sich niemals aufgeben!
Tausend Dank an meinen Trainer, der sich immer für uns Athleten einsetzt und sehr gute Arbeit leistet. Ohne ihn wäre Vieles nicht möglich! Und einen ganz besonderen Dank all denen, die mich durch das vergangene Jahr begleitet haben.
Ich wünsche euch allen ein tolles und gesundes Jahr 2012!
Bernadette


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